Verkehrspsychologische Untersuchung (VPU) in Österreich

Eine verkehrspsychologische Untersuchung (VPU) soll klären, ob eine Person nach einem verkehrsrelevanten Vorfall wieder ausreichend geeignet ist, ein Kraftfahrzeug sicher und verantwortungsvoll zu lenken. Dabei geht es nicht darum, möglichst perfekte Antworten zu geben. Entscheidend ist vielmehr, ob die Hintergründe des früheren Verhaltens verstanden und aufgearbeitet wurden und ob eine nachhaltige Veränderung erkennbar ist.

Die VPU besteht je nach Anlass und Fragestellung aus unterschiedlichen Untersuchungsteilen. Dazu können psychologische Leistungs- und Reaktionstests sowie ein ausführliches psychologisches Gespräch gehören.

Was ist eine verkehrspsychologische Untersuchung?

Eine verkehrspsychologische Untersuchung ist eine fachpsychologische Untersuchung zur Beurteilung der Fahreignung. Sie wird in Österreich insbesondere dann relevant, wenn aufgrund eines Verkehrsdelikts oder anderer Auffälligkeiten Zweifel daran bestehen, ob jemand künftig wieder sicher und verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen wird.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein der ursprüngliche Vorfall. Es wird auch betrachtet, warum es dazu gekommen ist, wie die betroffene Person ihr Verhalten heute einschätzt und welche Veränderungen seitdem stattgefunden haben.

Dabei können unter anderem folgende Fragen eine Rolle spielen:

  • Wie kam es zum auffälligen Verhalten im Straßenverkehr?
  • Welche persönlichen oder situativen Faktoren haben dazu beigetragen?
  • Wird das frühere Verhalten realistisch und nachvollziehbar eingeschätzt?
  • Wurde die Ursache des Problems aufgearbeitet?
  • Welche Veränderungen wurden seit dem Vorfall umgesetzt?
  • Wie soll verhindert werden, dass sich ein vergleichbares Verhalten wiederholt?

Wann wird eine VPU erforderlich?

Eine verkehrspsychologische Untersuchung kann von der zuständigen Behörde angeordnet werden, wenn Zweifel an der gesundheitlichen oder verkehrspsychologischen Eignung bestehen beziehungsweise eine entsprechende Untersuchung im jeweiligen Verfahren vorgesehen ist.

Der konkrete Anlass kann beispielsweise mit Alkohol, Drogen, wiederholten Verkehrsdelikten oder anderen verkehrsrelevanten Auffälligkeiten zusammenhängen.

Welche Untersuchung im Einzelfall erforderlich ist, hängt von der behördlichen Anordnung und der jeweiligen Fragestellung ab.

Was wird bei der VPU beurteilt?

Bei der verkehrspsychologischen Untersuchung geht es um verschiedene Aspekte, die für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr relevant sein können.

Dazu gehören insbesondere die Auseinandersetzung mit dem bisherigen Verhalten, die Einschätzung der eigenen Verantwortung und die Frage, ob eine ausreichende Veränderung stattgefunden hat.

Besonders wichtig ist die nachvollziehbare Aufarbeitung des früheren Fehlverhaltens. Eine bloße Erklärung wie „Das passiert mir nicht noch einmal“ reicht dafür nicht automatisch aus. Entscheidend ist, ob die persönliche Entwicklung und die daraus gezogenen Konsequenzen plausibel dargestellt werden können.

Auch die zukünftige Verhaltensstrategie spielt eine wichtige Rolle: Es sollte erkennbar sein, dass konkrete Maßnahmen entwickelt wurden, um problematische Situationen künftig anders zu bewältigen.

Wie läuft eine verkehrspsychologische Untersuchung ab?

Der genaue Ablauf hängt vom jeweiligen Anlass und Untersuchungsauftrag ab. Je nach Verfahren können unterschiedliche Untersuchungsschritte vorgesehen sein.

Typischerweise können psychologische Leistungs- und Reaktionstests sowie ein ausführliches psychologisches Gespräch Bestandteil der Untersuchung sein.

Im Gespräch wird unter anderem die persönliche Vorgeschichte, der Anlass der Untersuchung und die Entwicklung seit dem auffälligen Verhalten thematisiert.

Mehr zum Ablauf der VPU erfahren

Was ist das Ziel der VPU?

Das Ziel besteht darin, eine fachlich begründete Einschätzung darüber zu ermöglichen, ob künftig mit einem sicheren und verantwortungsbewussten Verhalten im Straßenverkehr zu rechnen ist.

Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Antwort auswendig zu lernen oder dem Psychologen etwas vorzuspielen.

Viel wichtiger ist eine ehrliche, nachvollziehbare und konkrete Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.

Wer die Ursachen seines früheren Fehlverhaltens verstanden hat, konkrete Veränderungen umgesetzt hat und erklären kann, wie diese Veränderungen auch in Zukunft aufrechterhalten werden sollen, kann seine Entwicklung wesentlich nachvollziehbarer darstellen.

Kann man sich auf eine VPU vorbereiten?

Ja. Eine gute Vorbereitung bedeutet jedoch nicht, Antworten auswendig zu lernen.

Sinnvoll ist es, sich mit der eigenen Vorgeschichte, den Ursachen des auffälligen Verhaltens und den persönlichen Veränderungen seit dem Vorfall auseinanderzusetzen.

Auch die psychologischen Leistungstests können gezielt trainiert werden.

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VPU Fragen und psychologisches Gespräch

Viele Betroffene fragen sich, welche Fragen bei einer VPU gestellt werden und worauf es im psychologischen Gespräch ankommt.

Typische Themen können beispielsweise der Anlass der Untersuchung, das frühere Verhalten, persönliche Veränderungen und der zukünftige Umgang mit vergleichbaren Situationen sein.

Es gibt jedoch keinen festen Fragenkatalog, bei dem man lediglich die richtigen Antworten auswendig lernen müsste. Die Inhalte des Gesprächs richten sich unter anderem nach der individuellen Situation und der jeweiligen Fragestellung.

VPU Fragen und Antworten

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Was passiert nach der VPU?

Nach Abschluss der Untersuchung erfolgt die fachpsychologische Beurteilung. Das Ergebnis wird im Rahmen des jeweiligen Verfahrens entsprechend dokumentiert beziehungsweise an die zuständige Stelle weitergegeben.

Was das Ergebnis konkret für die betroffene Person bedeutet, hängt vom jeweiligen Verfahren und der behördlichen Entscheidung ab.

Verkehrspsychologische Untersuchung erfolgreich vorbereiten

Eine VPU sollte nicht erst wenige Tage vor dem Termin zum Thema werden. Je früher man sich mit den Ursachen des früheren Fehlverhaltens und den eigenen Veränderungen auseinandersetzt, desto besser lässt sich die persönliche Entwicklung nachvollziehbar darstellen.

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